Das Arbeitsrecht in Deutschland regelt unter anderem Arbeitszeit, Pausen, Urlaub, Mindestlohn, Entgeltfortzahlung bei Krankheit, Kündigungsfristen und Kündigungsschutz. Seit dem 1. Januar 2026 beträgt der gesetzliche Mindestlohn 13,90 Euro brutto pro Stunde. Die werktägliche Arbeitszeit ist grundsätzlich auf 8 Stunden begrenzt, kann unter bestimmten Voraussetzungen auf bis zu 10 Stunden verlängert werden.
Beim Urlaub beträgt der gesetzliche Mindestanspruch 24 Werktage bei einer 6-Tage-Woche. Bei einer üblichen 5-Tage-Woche entspricht das 20 Arbeitstagen pro Jahr. Im Krankheitsfall besteht unter den gesetzlichen Voraussetzungen grundsätzlich Anspruch auf Entgeltfortzahlung durch den Arbeitgeber für bis zu 6 Wochen.
Bei einer Kündigung ist eine Frist besonders wichtig: Wer sich gegen eine Kündigung wehren will, muss grundsätzlich innerhalb von 3 Wochen nach Zugang der schriftlichen Kündigung Kündigungsschutzklage beim Arbeitsgericht erheben.
| Thema | Regel 2026 |
|---|---|
| Gesetzlicher Mindestlohn | 13,90 € brutto pro Stunde |
| Arbeitszeit | grundsätzlich 8 Stunden werktäglich |
| Verlängerung der Arbeitszeit | bis 10 Stunden mit gesetzlichem Ausgleich |
| Pause bei mehr als 6 Stunden | mindestens 30 Minuten |
| Pause bei mehr als 9 Stunden | mindestens 45 Minuten |
| Ruhezeit | grundsätzlich mindestens 11 Stunden |
| Mindesturlaub bei 5-Tage-Woche | 20 Arbeitstage |
| Entgeltfortzahlung bei Krankheit | grundsätzlich bis 6 Wochen |
| Probezeit | häufig bis 6 Monate |
| Kündigungsfrist in vereinbarter Probezeit | gesetzlich 2 Wochen, längstens für die ersten 6 Monate |
| Grundkündigungsfrist | 4 Wochen zum 15. oder Monatsende |
| Kündigungsschutzklage | grundsätzlich innerhalb von 3 Wochen |
Inhalt:
- Wie lange darf man in Deutschland arbeiten?
- Wie viele Stunden hat eine Vollzeitstelle?
- Welche Pausen sind vorgeschrieben?
- Wie viel Ruhezeit muss zwischen zwei Arbeitstagen liegen?
- Muss die Arbeitszeit erfasst werden?
- Darf man sonntags und an Feiertagen arbeiten?
- Wie hoch ist der Mindestlohn 2026?
- Wie werden Überstunden bezahlt?
- Muss ein Arbeitsvertrag schriftlich sein?
- Wie lange darf ein befristeter Arbeitsvertrag laufen?
- Wie lange dauert die Probezeit?
- Wie viel Urlaub steht Arbeitnehmern zu?
- Wie viel Urlaub gibt es pro Monat?
- Muss der Arbeitgeber Urlaub genehmigen?
- Was gilt bei Krankheit?
- Wie funktioniert die eAU?
- Kann man rückwirkend krankgeschrieben werden?
- Kann man während einer Krankschreibung gekündigt werden?
- Wann muss der Arbeitgeber BEM anbieten?
- Welche Kündigungsfrist gilt?
- Ist eine Kündigung per E-Mail oder WhatsApp gültig?
- Wann gilt das Kündigungsschutzgesetz?
- Wie lange kann man gegen eine Kündigung klagen?
- Hat man bei Kündigung Anspruch auf Abfindung?
- Welcher Kündigungsschutz gilt in der Schwangerschaft?
- Wie lange kann man Elternzeit nehmen?
- Wann besteht Anspruch auf Teilzeit?
- Was ist Brückenteilzeit?
- Hat man Anspruch auf ein Arbeitszeugnis?
- Welche Sonderregeln gelten für Lkw-Fahrer?
- FAQ zum Arbeitsrecht
Wie lange darf man in Deutschland arbeiten?
Nach dem Arbeitszeitgesetz darf die werktägliche Arbeitszeit grundsätzlich 8 Stunden nicht überschreiten. Sie kann auf bis zu 10 Stunden verlängert werden, wenn innerhalb von 6 Kalendermonaten oder 24 Wochen durchschnittlich höchstens 8 Stunden werktäglich gearbeitet werden.
„Werktage“ im Sinne des Arbeitszeitgesetzes sind grundsätzlich Montag bis Samstag. Das gesetzliche System geht deshalb von bis zu 6 Werktagen pro Woche aus.
8 Stunden an 6 Werktagen ergeben rechnerisch bis zu 48 Stunden pro Woche. Das bedeutet aber nicht, dass eine normale Vollzeitstelle automatisch 48 Stunden umfassen muss.
Kann man jeden Tag 10 Stunden arbeiten?
Nein, nicht dauerhaft ohne Ausgleich. Die Verlängerung auf 10 Stunden ist nur zulässig, wenn innerhalb des gesetzlichen Ausgleichszeitraums wieder ein Durchschnitt von höchstens 8 Stunden werktäglich erreicht wird.
Zählt die Pause zur Arbeitszeit?
Eine gesetzliche Ruhepause zählt grundsätzlich nicht zur Arbeitszeit.
Bei einer vereinbarten Arbeitszeit von beispielsweise 8 Stunden zuzüglich 30 Minuten unbezahlter Pause kann die Anwesenheitszeit daher 8,5 Stunden betragen.
Wie viele Stunden hat eine Vollzeitstelle in Deutschland?
Es gibt keine gesetzliche Regel, nach der Vollzeit immer exakt 40 Stunden pro Woche bedeutet.
Die regelmäßige Wochenarbeitszeit ergibt sich vor allem aus:
- Arbeitsvertrag,
- Tarifvertrag,
- Betriebsvereinbarung,
- betrieblicher Regelung.
Eine Vollzeitstelle kann daher beispielsweise 35, 38, 39 oder 40 Stunden pro Woche umfassen.
Entscheidend ist die im Arbeitsverhältnis geltende regelmäßige Wochenarbeitszeit.
Welche Pausen sind in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben?
Bei mehr als 6 und höchstens 9 Stunden Arbeitszeit beträgt die gesetzliche Mindestpause 30 Minuten. Bei mehr als 9 Stunden sind mindestens 45 Minuten erforderlich.
| Arbeitszeit | Mindestpause |
|---|---|
| bis 6 Stunden | keine allgemeine Mindestpause nach § 4 ArbZG |
| mehr als 6 bis 9 Stunden | 30 Minuten |
| mehr als 9 Stunden | 45 Minuten |
Die Pausen können in Abschnitte von jeweils mindestens 15 Minuten aufgeteilt werden.
Länger als 6 Stunden hintereinander darf ein Arbeitnehmer nicht ohne Ruhepause beschäftigt werden.
Wie viel Ruhezeit muss zwischen zwei Arbeitstagen liegen?
Nach Ende der täglichen Arbeitszeit müssen Arbeitnehmer grundsätzlich mindestens 11 Stunden ununterbrochene Ruhezeit erhalten.
Wer beispielsweise um 21:00 Uhr seine Arbeit beendet, darf nach der allgemeinen Regel frühestens um 08:00 Uhr des folgenden Tages wieder beginnen.
Für bestimmte Branchen bestehen gesetzliche Ausnahmen und Ausgleichsregeln.
Muss die Arbeitszeit in Deutschland erfasst werden?
Ja. Arbeitgeber müssen ein System einrichten, mit dem die gesamte Arbeitszeit der Arbeitnehmer erfasst werden kann.
Erfasst werden müssen insbesondere:
- Beginn der täglichen Arbeitszeit,
- Ende der täglichen Arbeitszeit,
- Dauer der täglichen Arbeitszeit.
Die Zeiterfassung kann grundsätzlich auch an Arbeitnehmer delegiert werden. Die Verantwortung für ein gesetzeskonformes System bleibt jedoch beim Arbeitgeber.
Muss die Zeiterfassung elektronisch erfolgen?
Nach der derzeitigen Rechtslage besteht für die allgemeine Arbeitszeiterfassung keine generelle Vorgabe, dass sie ausschließlich elektronisch erfolgen muss.
Arbeitszeiten können je nach System beispielsweise digital oder auch auf andere geeignete Weise dokumentiert werden.
Für bestimmte Branchen bestehen zusätzliche Aufzeichnungspflichten. Dazu gehören unter anderem Teile des Speditions-, Transport- und Logistikgewerbes.
Darf man sonntags und an Feiertagen arbeiten?
Grundsätzlich dürfen Arbeitnehmer an Sonn- und gesetzlichen Feiertagen von 0 bis 24 Uhr nicht beschäftigt werden.
Das Arbeitszeitgesetz enthält jedoch zahlreiche Ausnahmen für Tätigkeiten, die auch an diesen Tagen ausgeführt werden müssen.
Dazu können je nach Voraussetzungen beispielsweise gehören:
- Krankenhäuser und Pflege,
- Gastronomie,
- Verkehr und Transport,
- Not- und Rettungsdienste,
- bestimmte Versorgungsbetriebe.
Bei zulässiger Sonntagsarbeit müssen die gesetzlichen Regeln zu Ersatzruhetagen beachtet werden.
Wie hoch ist der Mindestlohn in Deutschland 2026?
Seit dem 1. Januar 2026 beträgt der gesetzliche Mindestlohn 13,90 Euro brutto pro Zeitstunde.
Zum 1. Januar 2027 steigt er auf 14,60 Euro brutto pro Stunde.
| Zeitraum | Gesetzlicher Mindestlohn |
|---|---|
| ab 1. Januar 2026 | 13,90 € brutto / Stunde |
| ab 1. Januar 2027 | 14,60 € brutto / Stunde |
Der allgemeine Mindestlohn gilt grundsätzlich auch für:
- Teilzeitbeschäftigte,
- Minijobber,
- Saisonbeschäftigte,
- ausländische Arbeitnehmer, die in Deutschland arbeiten.
Es gibt außerdem Branchen mit höheren verbindlichen Lohnuntergrenzen. In solchen Fällen reicht der allgemeine Mindestlohn von 13,90 Euro nicht aus.
Wie hoch ist der Mindestlohn bei Zeitarbeit 2026?
Für die Arbeitnehmerüberlassung gilt eine eigene höhere Lohnuntergrenze.
Seit dem 1. Juli 2026 beträgt sie 14,96 Euro brutto pro Stunde. Ab dem 1. September 2026 steigt sie auf 15,33 Euro.
Wie werden Überstunden in Deutschland bezahlt?
Es gibt keinen allgemeinen gesetzlichen Grundsatz, nach dem jede Überstunde automatisch mit einem besonderen Zuschlag bezahlt werden muss.
Wie Mehrarbeit ausgeglichen wird, ergibt sich insbesondere aus:
- Arbeitsvertrag,
- Tarifvertrag,
- Betriebsvereinbarung.
Mögliche Modelle sind:
- Auszahlung der Überstunden,
- Freizeitausgleich,
- Arbeitszeitkonto,
- tarifliche Zuschläge.
Unabhängig davon dürfen gesetzliche Höchstarbeitszeiten und der Mindestlohn nicht unterschritten beziehungsweise überschritten werden.
Sind Überstunden automatisch mit dem Gehalt abgegolten?
Nicht jede pauschale Überstundenklausel ist automatisch wirksam.
Entscheidend ist unter anderem, ob aus dem Arbeitsvertrag hinreichend klar hervorgeht, welche zusätzliche Arbeitsleistung mit dem vereinbarten Gehalt abgedeckt sein soll.
Muss ein Arbeitsvertrag in Deutschland schriftlich sein?
Ein normaler unbefristeter Arbeitsvertrag kann grundsätzlich auch ohne klassische Papierurkunde wirksam zustande kommen. Der Arbeitgeber muss dem Arbeitnehmer jedoch die wesentlichen Arbeitsbedingungen entsprechend dem Nachweisgesetz zur Verfügung stellen.
Seit 2025 ist dieser Nachweis in vielen Fällen auch in Textform und elektronisch möglich, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen eingehalten werden.
Dazu gehören Informationen über:
- Arbeitgeber und Arbeitnehmer,
- Beginn des Arbeitsverhältnisses,
- Arbeitsort,
- Tätigkeit,
- Vergütung und ihre Bestandteile,
- Arbeitszeit,
- Probezeit,
- Urlaub,
- Kündigungsverfahren,
- anwendbare Tarifverträge oder Betriebsvereinbarungen.
Für bestimmte Beschäftigungsverhältnisse und Branchen gelten strengere Formvorgaben.
Wie lange darf ein befristeter Arbeitsvertrag dauern?
Eine sachgrundlose Befristung ist grundsätzlich bis zu einer Gesamtdauer von 2 Jahren möglich.
Innerhalb dieser zwei Jahre darf ein kalendermäßig befristeter Vertrag grundsätzlich höchstens dreimal verlängert werden.
Eine solche sachgrundlose Befristung ist grundsätzlich nicht möglich, wenn mit demselben Arbeitgeber bereits zuvor ein befristetes oder unbefristetes Arbeitsverhältnis bestanden hat.
Tarifverträge und gesetzliche Sonderregelungen können abweichende Regeln enthalten.
Muss eine Befristung schriftlich vereinbart werden?
Ja. Damit die Befristung wirksam ist, verlangt das Teilzeit- und Befristungsgesetz Schriftform.
Ist die Befristung wegen eines Formfehlers unwirksam, kann das Arbeitsverhältnis als unbefristet gelten.
Wie lange darf die Probezeit dauern?
Eine Probezeit wird häufig für bis zu 6 Monate vereinbart.
Während einer vereinbarten Probezeit kann das Arbeitsverhältnis längstens während der ersten 6 Monate mit einer gesetzlichen Frist von 2 Wochen gekündigt werden.
Bei einem befristeten Arbeitsvertrag muss die vereinbarte Probezeit zusätzlich in einem angemessenen Verhältnis zur Vertragsdauer und zur Art der Tätigkeit stehen.
Ist eine Probezeit Pflicht?
Nein. Eine Probezeit besteht nicht automatisch, sondern muss vereinbart werden.
Wie viel Urlaub steht Arbeitnehmern in Deutschland zu?
Der gesetzliche Mindesturlaub beträgt 24 Werktage pro Jahr bei einer 6-Tage-Woche.
Bei einer regelmäßigen 5-Tage-Woche entspricht dies 20 Arbeitstagen Mindesturlaub.
| Arbeitstage pro Woche | Gesetzlicher Mindesturlaub |
|---|---|
| 6 Tage | 24 Tage |
| 5 Tage | 20 Tage |
| 4 Tage | 16 Tage |
| 3 Tage | 12 Tage |
Arbeitsvertrag oder Tarifvertrag können selbstverständlich mehr Urlaub vorsehen.
Wann entsteht der volle Urlaubsanspruch?
Der volle gesetzliche Urlaubsanspruch wird erstmals nach 6 Monaten Bestehen des Arbeitsverhältnisses erworben.
Wie viel Urlaub bekommt man pro Monat?
Die häufig verwendete Berechnung „20 Tage geteilt durch 12 Monate“ gilt nicht automatisch in jeder Situation.
Das Bundesurlaubsgesetz sieht einen Anspruch von 1/12 des Jahresurlaubs für jeden vollen Monat in bestimmten Fällen vor, insbesondere:
- wenn im Kalenderjahr die sechsmonatige Wartezeit nicht erfüllt wird,
- wenn das Arbeitsverhältnis vor Ablauf der Wartezeit endet,
- wenn der Arbeitnehmer nach erfüllter Wartezeit in der ersten Hälfte des Kalenderjahres ausscheidet.
Bei 20 Tagen Jahresurlaub entspricht 1/12 rechnerisch etwa 1,67 Tagen.
Kann ein Arbeitnehmer Urlaub selbst bestimmen?
Nein. Urlaub muss grundsätzlich vom Arbeitgeber festgelegt beziehungsweise genehmigt werden.
Der Arbeitgeber muss die Urlaubswünsche des Arbeitnehmers berücksichtigen, es sei denn, es stehen:
- dringende betriebliche Belange oder
- vorrangige Urlaubswünsche anderer Arbeitnehmer
entgegen.
Eigenmächtiger Urlaubsantritt ist deshalb keine sichere Alternative zu einer Urlaubsgenehmigung.
Was muss ein Arbeitnehmer tun, wenn er krank ist?
Ein Arbeitnehmer muss seinem Arbeitgeber die Arbeitsunfähigkeit und deren voraussichtliche Dauer unverzüglich mitteilen.
Unter den gesetzlichen Voraussetzungen besteht Anspruch auf Entgeltfortzahlung durch den Arbeitgeber für dieselbe Erkrankung bis zu 6 Wochen.
Der gesetzliche Anspruch auf Entgeltfortzahlung entsteht grundsätzlich nach 4 Wochen ununterbrochener Beschäftigung.
Bekommt man während der Krankheit 100 Prozent Gehalt?
Während der gesetzlichen Entgeltfortzahlung zahlt der Arbeitgeber grundsätzlich das Arbeitsentgelt weiter, das der Arbeitnehmer ohne die Arbeitsunfähigkeit erhalten hätte.
Nach Ablauf der Entgeltfortzahlung kann bei gesetzlich Krankenversicherten unter den jeweiligen Voraussetzungen Krankengeld durch die Krankenkasse relevant werden.
Wie funktioniert die elektronische Krankschreibung – eAU?
Bei gesetzlich Krankenversicherten werden die Daten der Arbeitsunfähigkeit in der Regel elektronisch über die Krankenkasse für den Arbeitgeber bereitgestellt.
Das bedeutet jedoch nicht, dass Arbeitnehmer bei Krankheit nichts mehr tun müssen.
Der Arbeitnehmer muss weiterhin:
- den Arbeitgeber unverzüglich über die Arbeitsunfähigkeit informieren,
- die voraussichtliche Dauer mitteilen,
- die Arbeitsunfähigkeit rechtzeitig ärztlich feststellen lassen, wenn dies erforderlich ist.
Der Arbeitgeber ruft die benötigten eAU-Daten bei der Krankenkasse ab.
Kann der Arbeitgeber eine Krankschreibung ab dem ersten Tag verlangen?
Ja. Der Arbeitgeber kann verlangen, dass die Arbeitsunfähigkeit bereits früher ärztlich festgestellt wird als nach der allgemeinen gesetzlichen Grundregel.
Kann ein Arzt rückwirkend krankschreiben?
Grundsätzlich soll eine Arbeitsunfähigkeit nicht rückwirkend festgestellt werden. Ausnahmsweise ist eine Rückdatierung nach sorgfältiger ärztlicher Prüfung in der Regel für bis zu 3 Tage möglich.
Ein Arbeitnehmer sollte deshalb nicht davon ausgehen, mehrere verpasste Arbeitstage später problemlos rückwirkend bescheinigen lassen zu können.
Kann man während einer Krankschreibung gekündigt werden?
Ja. Eine Krankschreibung schützt in Deutschland nicht automatisch vor einer Kündigung.
Auch während einer bestehenden Arbeitsunfähigkeit kann eine Kündigung wirksam zugehen.
Das bedeutet jedoch nicht, dass jede Kündigung wegen Krankheit rechtmäßig ist.
Wenn das Kündigungsschutzgesetz gilt, muss eine personenbedingte Kündigung wegen Krankheit hohe Voraussetzungen erfüllen. Dabei spielen unter anderem eine negative Gesundheitsprognose, erhebliche betriebliche Belastungen und eine Interessenabwägung eine Rolle.
Verlängert eine Krankheit die Kündigungsfrist?
Eine Krankschreibung verlängert die normale Kündigungsfrist grundsätzlich nicht automatisch.
Das Arbeitsverhältnis kann daher auch während einer fortbestehenden Krankheit zum vorgesehenen Kündigungstermin enden.
Wann muss ein Arbeitgeber BEM anbieten?
Wenn ein Beschäftigter innerhalb eines Jahres länger als 6 Wochen ununterbrochen oder wiederholt arbeitsunfähig ist, muss der Arbeitgeber grundsätzlich ein betriebliches Eingliederungsmanagement – BEM – anbieten.
Ziel des BEM ist es zu klären:
- wie die Arbeitsunfähigkeit überwunden werden kann,
- wie erneuter Arbeitsunfähigkeit vorgebeugt werden kann,
- wie der Arbeitsplatz erhalten werden kann.
Die Durchführung des BEM erfolgt mit Zustimmung und Beteiligung der betroffenen Person.
Welche Kündigungsfrist gilt für Arbeitnehmer?
Die gesetzliche Grundkündigungsfrist beträgt 4 Wochen zum 15. oder zum Ende eines Kalendermonats.
Für Kündigungen durch den Arbeitgeber verlängert sich die gesetzliche Frist mit zunehmender Betriebszugehörigkeit.
| Betriebszugehörigkeit | Gesetzliche Kündigungsfrist des Arbeitgebers |
|---|---|
| unter 2 Jahren | grundsätzlich 4 Wochen zum 15. oder Monatsende |
| ab 2 Jahren | 1 Monat zum Monatsende |
| ab 5 Jahren | 2 Monate zum Monatsende |
| ab 8 Jahren | 3 Monate zum Monatsende |
| ab 10 Jahren | 4 Monate zum Monatsende |
| ab 12 Jahren | 5 Monate zum Monatsende |
| ab 15 Jahren | 6 Monate zum Monatsende |
| ab 20 Jahren | 7 Monate zum Monatsende |
Tarifverträge und wirksame arbeitsvertragliche Vereinbarungen können für den konkreten Fall relevant sein.
Ist eine Kündigung per E-Mail oder WhatsApp gültig?
Nein. Die Kündigung eines Arbeitsverhältnisses muss schriftlich erfolgen. Die elektronische Form ist gesetzlich ausgeschlossen.
Allein folgende Formen reichen deshalb nicht:
- E-Mail,
- WhatsApp,
- SMS,
- eingescannte Unterschrift,
- reine PDF-Datei per E-Mail.
Auch ein Aufhebungsvertrag unterliegt grundsätzlich dem Schriftformerfordernis.
Wann gilt das Kündigungsschutzgesetz?
Der allgemeine Kündigungsschutz nach dem Kündigungsschutzgesetz greift grundsätzlich, wenn das Arbeitsverhältnis länger als 6 Monate besteht und der Betrieb regelmäßig mehr als 10 Arbeitnehmer beschäftigt.
Für ältere Arbeitsverhältnisse vor 2004 bestehen Übergangsregelungen.
Wenn der allgemeine Kündigungsschutz gilt, muss eine Kündigung sozial gerechtfertigt sein.
Als Gründe kommen grundsätzlich in Betracht:
- personenbedingte Gründe,
- verhaltensbedingte Gründe,
- dringende betriebliche Gründe.
Muss im Kündigungsschreiben immer ein Grund stehen?
Nein. Bei einer normalen Kündigung besteht nicht generell die Pflicht, den Kündigungsgrund bereits im Kündigungsschreiben vollständig darzulegen.
Das ist von der Frage zu unterscheiden, ob ein rechtlich ausreichender Kündigungsgrund vorhanden sein muss.
Bei bestimmten besonders geschützten Fällen können zusätzliche Anforderungen gelten.
Wie lange kann man gegen eine Kündigung klagen?
Wer geltend machen will, dass eine Kündigung unwirksam ist, muss grundsätzlich innerhalb von 3 Wochen nach Zugang der schriftlichen Kündigung Kündigungsschutzklage beim Arbeitsgericht erheben.
Diese Frist ist sehr wichtig.
Wer eine Kündigung erhält, sollte deshalb nicht erst bis zum Ende der Kündigungsfrist abwarten.
Wann beginnt die 3-Wochen-Frist?
Maßgeblich ist grundsätzlich der Zugang der schriftlichen Kündigung beim Arbeitnehmer.
Nicht entscheidend ist, wann das Arbeitsverhältnis nach der Kündigung tatsächlich endet.
Hat man nach einer Kündigung automatisch Anspruch auf Abfindung?
Nein. Es gibt in Deutschland keinen allgemeinen Anspruch auf Abfindung bei jeder Kündigung.
Eine Abfindung kann sich beispielsweise ergeben aus:
- einem Vergleich vor dem Arbeitsgericht,
- einer Vereinbarung mit dem Arbeitgeber,
- einem Sozialplan,
- einem Tarifvertrag,
- einer besonderen gesetzlichen Regelung.
Wann gibt es 0,5 Monatsgehälter pro Beschäftigungsjahr?
§ 1a Kündigungsschutzgesetz sieht bei einer bestimmten betriebsbedingten Kündigung einen Abfindungsanspruch von 0,5 Monatsverdiensten pro Beschäftigungsjahr vor.
Dafür müssen jedoch besondere Voraussetzungen erfüllt sein.
Unter anderem muss der Arbeitgeber in der Kündigung darauf hinweisen, dass:
- die Kündigung auf dringende betriebliche Gründe gestützt wird und
- der Arbeitnehmer eine Abfindung beanspruchen kann, wenn er die Frist für die Kündigungsschutzklage verstreichen lässt.
Die Formel 0,5 Monatsgehälter pro Jahr ist daher keine allgemeine gesetzliche Abfindungsformel für jede Kündigung.
Welcher Kündigungsschutz gilt während der Schwangerschaft?
Schwangere Arbeitnehmerinnen stehen unter besonderem Kündigungsschutz.
Eine Kündigung durch den Arbeitgeber ist grundsätzlich unzulässig:
- während der Schwangerschaft,
- bis zum Ende der Schutzfrist nach der Geburt,
- mindestens jedoch bis 4 Monate nach der Entbindung.
Voraussetzung ist insbesondere, dass der Arbeitgeber von der Schwangerschaft weiß oder entsprechend den gesetzlichen Regeln rechtzeitig informiert wird.
Eine Kündigung kann nur in gesetzlich geregelten Ausnahmefällen mit Zustimmung der zuständigen Behörde möglich sein.
Wie lange dauert der Mutterschutz vor und nach der Geburt?
Die reguläre Schutzfrist beginnt 6 Wochen vor dem errechneten Geburtstermin und endet grundsätzlich 8 Wochen nach der Geburt.
Nach der Geburt verlängert sie sich unter bestimmten Voraussetzungen auf 12 Wochen, beispielsweise bei Mehrlings- oder Frühgeburten.
Wie lange kann man Elternzeit nehmen?
Ein anspruchsberechtigter Elternteil kann grundsätzlich bis zu 3 Jahre Elternzeit pro Kind nehmen.
Bis zu 24 Monate davon können zwischen dem dritten Geburtstag und der Vollendung des achten Lebensjahres des Kindes genommen werden.
Elternzeit und Elterngeld sind nicht dasselbe:
- Elternzeit betrifft die Freistellung vom Arbeitsverhältnis und den arbeitsrechtlichen Schutz,
- Elterngeld ist eine staatliche finanzielle Leistung.
Wann hat man Anspruch auf Teilzeit?
Ein Arbeitnehmer kann grundsätzlich eine dauerhafte Verringerung seiner Arbeitszeit verlangen, wenn sein Arbeitsverhältnis länger als 6 Monate besteht und der Arbeitgeber regelmäßig mehr als 15 Arbeitnehmer beschäftigt.
Der Wunsch muss spätestens 3 Monate vor dem geplanten Beginn in Textform mitgeteilt werden.
Der Arbeitgeber kann die Verringerung ablehnen, wenn betriebliche Gründe entgegenstehen.
Was ist Brückenteilzeit?
Brückenteilzeit ermöglicht eine zeitlich begrenzte Verringerung der vertraglichen Arbeitszeit mit anschließender Rückkehr zur vorherigen Arbeitszeit.
Der gewünschte Zeitraum muss grundsätzlich:
- mindestens 1 Jahr,
- höchstens 5 Jahre
betragen.
Ein gesetzlicher Anspruch besteht grundsätzlich nur bei Arbeitgebern mit regelmäßig mehr als 45 Arbeitnehmern.
Bei Arbeitgebern mit 46 bis 200 Beschäftigten bestehen zusätzliche Zumutbarkeitsgrenzen.
Hat ein Arbeitnehmer Anspruch auf ein Arbeitszeugnis?
Ja. Bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses hat der Arbeitnehmer Anspruch auf ein schriftliches Arbeitszeugnis.
Man unterscheidet:
- einfaches Arbeitszeugnis – Angaben zu Art und Dauer der Tätigkeit,
- qualifiziertes Arbeitszeugnis – zusätzlich Bewertung von Leistung und Verhalten.
Der Arbeitnehmer kann verlangen, dass das Zeugnis auch Angaben über Leistung und Verhalten im Arbeitsverhältnis enthält.
Welche besonderen Arbeitszeitregeln gelten für Lkw-Fahrer?
Für beschäftigte Lkw-Fahrer im Straßentransport gelten zusätzlich zu den allgemeinen arbeitsrechtlichen Vorschriften besondere Regeln.
Nach § 21a Arbeitszeitgesetz darf die Arbeitszeit betroffener Fahrer grundsätzlich:
- 48 Stunden pro Woche nicht überschreiten,
- auf bis zu 60 Stunden verlängert werden, wenn innerhalb von 4 Kalendermonaten oder 16 Wochen durchschnittlich maximal 48 Stunden erreicht werden.
Bestimmte Bereitschaftszeiten können unter den gesetzlichen Voraussetzungen anders behandelt werden.
Arbeitszeit und Lenkzeit sind nicht dasselbe. Zusätzlich gelten die europäischen Vorschriften zu Lenkzeiten, Fahrtunterbrechungen und Ruhezeiten.
Mehr dazu: Lenk- und Ruhezeiten für Lkw-Fahrer.
Arbeitsrecht 2026 – das Wichtigste in Kürze
- Der gesetzliche Mindestlohn beträgt seit 1. Januar 2026 13,90 € brutto pro Stunde.
- Ab 1. Januar 2027 beträgt er 14,60 €.
- Die tägliche Arbeitszeit beträgt grundsätzlich maximal 8 Stunden.
- Bis zu 10 Stunden sind bei entsprechendem Ausgleich möglich.
- Bei mehr als 6 Stunden Arbeit sind mindestens 30 Minuten Pause erforderlich.
- Bei mehr als 9 Stunden sind mindestens 45 Minuten vorgeschrieben.
- Zwischen zwei Arbeitstagen gelten grundsätzlich mindestens 11 Stunden Ruhezeit.
- Die gesamte Arbeitszeit muss erfasst werden können.
- Der Mindesturlaub beträgt bei einer 5-Tage-Woche 20 Arbeitstage.
- Der volle gesetzliche Urlaubsanspruch entsteht erstmals nach 6 Monaten.
- Bei Krankheit besteht unter den gesetzlichen Voraussetzungen bis zu 6 Wochen Entgeltfortzahlung.
- Eine Krankschreibung schützt nicht automatisch vor Kündigung.
- Nach mehr als 6 Wochen Arbeitsunfähigkeit innerhalb eines Jahres ist grundsätzlich ein BEM anzubieten.
- Die Grundkündigungsfrist beträgt 4 Wochen zum 15. oder Monatsende.
- Während einer vereinbarten Probezeit kann längstens in den ersten 6 Monaten eine gesetzliche Kündigungsfrist von 2 Wochen gelten.
- Kündigungen per E-Mail, WhatsApp oder SMS erfüllen das gesetzliche Schriftformerfordernis nicht.
- Der allgemeine Kündigungsschutz greift grundsätzlich nach mehr als 6 Monaten und in Betrieben mit regelmäßig mehr als 10 Arbeitnehmern.
- Für eine Kündigungsschutzklage bleiben grundsätzlich nur 3 Wochen.
- Eine Abfindung gibt es nicht automatisch bei jeder Kündigung.
- Elternzeit kann grundsätzlich bis zu 3 Jahre pro Kind beansprucht werden.
- Dauerhafte Teilzeit ist unter gesetzlichen Voraussetzungen möglich.
- Brückenteilzeit kann grundsätzlich zwischen 1 und 5 Jahren dauern.
- Bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses besteht Anspruch auf ein Arbeitszeugnis.
FAQ – Arbeitsrecht in Deutschland
Wie viele Stunden darf man in Deutschland arbeiten?
Grundsätzlich maximal 8 Stunden werktäglich. Bis zu 10 Stunden sind zulässig, wenn innerhalb von 6 Monaten oder 24 Wochen durchschnittlich höchstens 8 Stunden werktäglich gearbeitet werden.
Wie viele Stunden pro Woche sind erlaubt?
Aus der gesetzlichen 8-Stunden-Regel bei sechs Werktagen ergeben sich grundsätzlich bis zu 48 Stunden pro Woche. Die konkrete vertragliche Wochenarbeitszeit kann deutlich darunter liegen.
Wie hoch ist der Mindestlohn 2026?
Seit dem 1. Januar 2026 beträgt der gesetzliche Mindestlohn 13,90 Euro brutto pro Stunde.
Wie hoch ist der Mindestlohn 2027?
Ab dem 1. Januar 2027 beträgt der gesetzliche Mindestlohn 14,60 Euro brutto pro Stunde.
Wie viel Pause steht mir bei 8 Stunden Arbeit zu?
Bei mehr als 6 und höchstens 9 Stunden Arbeitszeit sind mindestens 30 Minuten Pause vorgeschrieben.
Wie viel Pause gibt es bei 10 Stunden Arbeit?
Bei mehr als 9 Stunden Arbeitszeit sind mindestens 45 Minuten Pause erforderlich.
Wie viel Ruhezeit muss zwischen zwei Schichten liegen?
Grundsätzlich mindestens 11 ununterbrochene Stunden.
Wie viel Urlaub hat man bei einer 5-Tage-Woche?
Der gesetzliche Mindesturlaub beträgt 20 Arbeitstage pro Jahr. Arbeits- oder Tarifverträge können einen höheren Urlaubsanspruch vorsehen.
Wann habe ich Anspruch auf den vollen Jahresurlaub?
Der volle gesetzliche Urlaubsanspruch entsteht erstmals nach 6 Monaten Bestehen des Arbeitsverhältnisses.
Kann ich Urlaub nehmen, ohne dass mein Arbeitgeber zustimmt?
Grundsätzlich nein. Der Urlaub muss festgelegt beziehungsweise genehmigt werden. Der Arbeitgeber muss die Urlaubswünsche des Arbeitnehmers jedoch berücksichtigen, soweit keine gesetzlichen Ablehnungsgründe entgegenstehen.
Wie lange zahlt der Arbeitgeber bei Krankheit?
Unter den gesetzlichen Voraussetzungen grundsätzlich bis zu 6 Wochen wegen derselben Erkrankung.
Ab wann besteht Anspruch auf Entgeltfortzahlung?
Der gesetzliche Anspruch entsteht grundsätzlich nach 4 Wochen ununterbrochenem Bestehen des Arbeitsverhältnisses.
Muss ich meine Krankschreibung zum Arbeitgeber bringen?
Bei gesetzlich Krankenversicherten läuft die Übermittlung der Arbeitsunfähigkeitsdaten in der Regel über das eAU-Verfahren. Der Arbeitnehmer muss den Arbeitgeber trotzdem unverzüglich über seine Arbeitsunfähigkeit informieren.
Kann ein Arzt 3 Tage rückwirkend krankschreiben?
Ausnahmsweise ja. Eine rückwirkende Feststellung ist nach sorgfältiger ärztlicher Prüfung in der Regel für bis zu 3 Tage möglich. Sie ist jedoch nicht der Regelfall.
Kann mein Arbeitgeber mich kündigen, während ich krankgeschrieben bin?
Ja. Krankheit führt nicht automatisch zu einem Kündigungsverbot. Ob die Kündigung rechtmäßig ist, hängt von den konkreten Umständen und den anwendbaren Kündigungsschutzregeln ab.
Wie lange ist die Kündigungsfrist in der Probezeit?
Während einer vereinbarten Probezeit beträgt die gesetzliche Kündigungsfrist grundsätzlich 2 Wochen, längstens innerhalb der ersten 6 Monate des Arbeitsverhältnisses.
Wie lange ist die normale Kündigungsfrist?
Die gesetzliche Grundfrist beträgt 4 Wochen zum 15. oder zum Ende eines Kalendermonats.
Kann ich per E-Mail kündigen?
Nein. Eine Kündigung des Arbeitsverhältnisses muss die gesetzliche Schriftform erfüllen. Die elektronische Form ist ausgeschlossen.
Kann der Arbeitgeber per WhatsApp kündigen?
Nein. Eine reine WhatsApp-Nachricht erfüllt das gesetzliche Schriftformerfordernis nicht.
Wie lange habe ich Zeit für eine Kündigungsschutzklage?
Grundsätzlich 3 Wochen ab Zugang der schriftlichen Kündigung.
Habe ich nach einer Kündigung automatisch Anspruch auf Abfindung?
Nein. Ein allgemeiner automatischer Anspruch auf Abfindung besteht nicht.
Wann gilt die Formel 0,5 Monatsgehälter pro Jahr?
Sie gilt unter anderem beim besonderen Abfindungsanspruch nach § 1a KSchG, wenn alle dort genannten Voraussetzungen erfüllt sind. Sie ist keine allgemeine Pflichtformel für jede Kündigung.
Wann gilt das Kündigungsschutzgesetz?
Der allgemeine Kündigungsschutz greift grundsätzlich nach mehr als 6 Monaten Beschäftigung in einem Betrieb mit regelmäßig mehr als 10 Arbeitnehmern. Für ältere Arbeitsverhältnisse gelten teilweise Sonderregeln.
Wie lange darf eine sachgrundlose Befristung dauern?
Grundsätzlich bis zu 2 Jahre. Innerhalb dieser Gesamtdauer sind grundsätzlich höchstens drei Verlängerungen zulässig.
Wie lange kann man Elternzeit nehmen?
Grundsätzlich bis zu 3 Jahre pro Kind. Bis zu 24 Monate können zwischen dem dritten und achten Lebensjahr genommen werden.
Wann kann ich Teilzeit verlangen?
Bei einer dauerhaften Verringerung muss das Arbeitsverhältnis grundsätzlich länger als 6 Monate bestehen und der Arbeitgeber regelmäßig mehr als 15 Arbeitnehmer beschäftigen.
Was ist Brückenteilzeit?
Brückenteilzeit ist eine zeitlich begrenzte Verringerung der Arbeitszeit für grundsätzlich mindestens 1 und höchstens 5 Jahre. Der gesetzliche Anspruch setzt unter anderem voraus, dass der Arbeitgeber regelmäßig mehr als 45 Arbeitnehmer beschäftigt.
Habe ich Anspruch auf ein Arbeitszeugnis?
Ja. Bei Ende des Arbeitsverhältnisses besteht Anspruch auf ein schriftliches Arbeitszeugnis. Auf Wunsch kann ein qualifiziertes Zeugnis verlangt werden, das zusätzlich Leistung und Verhalten bewertet.
Gelten für Lkw-Fahrer dieselben Arbeitszeitregeln?
Nicht ausschließlich. Für Arbeitnehmer im Straßentransport gelten zusätzliche Sonderregelungen. Die Wochenarbeitszeit beträgt für betroffene Fahrer grundsätzlich höchstens 48 Stunden und kann unter den gesetzlichen Ausgleichsvoraussetzungen bis auf 60 Stunden steigen. Zusätzlich gelten die Vorschriften über Lenk- und Ruhezeiten.
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