Lkw-Maut pro Kilometer nach CO2-Emissionsklasse
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Lkw-Maut in Deutschland: Kosten, CO₂-Klassen und Berechnung

Wie hoch ist die Lkw-Maut in Deutschland? Die Kosten hängen von der mautpflichtigen Strecke, der technisch zulässigen Gesamtmasse, der Achszahl, der Euro-Schadstoffklasse und der CO₂-Emissionsklasse des Fahrzeugs ab. Ein Euro-6-Lkw über 18 Tonnen mit mindestens 5 Achsen kostet derzeit je nach CO₂-Klasse zwischen 26,9 und 34,8 Cent pro Kilometer.

Für Transportunternehmen und Fahrer ist deshalb nicht nur die gefahrene Strecke entscheidend. Zwei Lkw können auf derselben Autobahn unterschiedlich hohe Mautkosten verursachen. Besonders die CO₂-Emissionsklasse hat inzwischen einen spürbaren Einfluss auf den Kilometerpreis.

Inhalt:

Wer muss in Deutschland Lkw-Maut zahlen?

Mautpflichtig sind grundsätzlich Kraftfahrzeuge und Fahrzeugkombinationen mit einer technisch zulässigen Gesamtmasse von mehr als 3,5 Tonnen, wenn sie für den Güterkraftverkehr bestimmt sind oder dafür eingesetzt werden.

Seit dem 1. Juli 2024 betrifft die Mautpflicht damit auch zahlreiche leichtere Nutzfahrzeuge zwischen mehr als 3,5 und weniger als 7,5 Tonnen.

Für klassische Sattelzüge, schwere Lkw und viele Transportfahrzeuge gehört die streckenabhängige Maut damit zu den festen Betriebskosten jeder Fahrt auf dem deutschen Fernstraßennetz.

Muss ein leerer Lkw Maut zahlen?

Ja, ein mautpflichtiger Lkw bleibt grundsätzlich auch bei einer Leerfahrt mautpflichtig. Entscheidend ist nicht nur, ob sich gerade Ware auf dem Fahrzeug befindet.

Ist das Fahrzeug aufgrund seiner Bauart für den Güterkraftverkehr bestimmt und erfüllt es die weiteren Voraussetzungen der Mautpflicht, fällt die Gebühr auch bei einer Fahrt ohne Ladung an.

Das ist besonders bei Rückfahrten, Werkstattfahrten und Leerfahrten zwischen zwei Aufträgen für die Kostenplanung wichtig.

Auf welchen Straßen gilt die Lkw-Maut?

Die deutsche Lkw-Maut gilt grundsätzlich auf Bundesautobahnen und Bundesstraßen. Damit umfasst das mautpflichtige Netz einen großen Teil der für den Güterverkehr relevanten Fernstraßen.

Ein Wechsel von der Autobahn auf eine Bundesstraße führt deshalb in der Regel nicht dazu, dass keine Maut mehr anfällt.

Kann man die Lkw-Maut durch eine andere Route sparen?

Eine längere Nebenroute ist nicht automatisch günstiger. Entscheidend ist, wie viele tatsächlich mautpflichtige Kilometer gefahren werden und welche zusätzlichen Kosten durch mehr Kraftstoffverbrauch, Fahrzeit und mögliche Verzögerungen entstehen.

Ob eine alternative Strecke wirtschaftlich sinnvoll ist, lässt sich deshalb nur mit einer Gesamtkalkulation beurteilen. Dabei hilft die Gegenüberstellung im Beitrag wann sich eine Maut-Umfahrung mit dem Lkw wirklich lohnt.

Wie wird die Lkw-Maut berechnet?

Die Lkw-Maut ergibt sich aus der gefahrenen mautpflichtigen Strecke und dem für das Fahrzeug geltenden Mautsatz pro Kilometer.

Der Kilometerpreis setzt sich aus mehreren Kostenbestandteilen zusammen:

  • Infrastrukturkosten,
  • Kosten der Luftverschmutzung,
  • Kosten der Lärmbelastung,
  • Kosten der CO₂-Emissionen.

Wie hoch diese Bestandteile ausfallen, hängt von den technischen Eigenschaften des Fahrzeugs ab.

Welche Fahrzeugdaten beeinflussen den Mautsatz?

Für die Höhe der Lkw-Maut sind insbesondere relevant:

  • die technisch zulässige Gesamtmasse – tzGm,
  • bei Fahrzeugen über 18 t die Anzahl der Achsen,
  • die Euro-Schadstoffklasse,
  • die CO₂-Emissionsklasse.

Zählen Liftachsen bei der Lkw-Maut mit?

Ja. Lift- und Hubachsen werden bei der Achszahl berücksichtigt, auch wenn sie während der Fahrt angehoben sind und keinen Kontakt zur Fahrbahn haben.

Eine Tandemachse zählt als zwei Achsen, eine Tridemachse als drei Achsen.

CO₂-Emissionsklassen 1 bis 5 erklärt

Die CO₂-Emissionsklasse ist nicht dasselbe wie die Euro-Schadstoffklasse. Ein Fahrzeug kann beispielsweise Euro 6 erfüllen und trotzdem je nach CO₂-Wert unterschiedlichen CO₂-Klassen zugeordnet sein.

Je günstiger die CO₂-Klasse, desto niedriger kann der Mautsatz ausfallen.

CO₂-Emissionsklasse 1

Klasse 1 ist die grundlegende und teuerste CO₂-Kategorie innerhalb der regulären Mautsätze.

Hier landen unter anderem Fahrzeuge, die die Voraussetzungen für eine bessere CO₂-Klasse nicht erfüllen. Auch Fahrzeuge, für die keine geeigneten spezifischen CO₂-Emissionsdaten vorliegen, können dieser Klasse zugeordnet werden.

Bei vielen älteren Fahrzeugen mit Erstzulassung vor dem 1. Juli 2019 ist deshalb Klasse 1 relevant.

CO₂-Emissionsklasse 2

Fahrzeuge der Klasse 2 liegen beim spezifischen CO₂-Ausstoß unter den für ihre Fahrzeuggruppe festgelegten Referenzwerten.

Dadurch fällt der CO₂-Anteil der Maut etwas niedriger aus als in Klasse 1.

CO₂-Emissionsklasse 3

Klasse 3 verlangt eine stärkere Unterschreitung des jeweiligen CO₂-Referenzwerts. Die Mautkosten liegen deshalb nochmals etwas unter denen der Klasse 2.

CO₂-Emissionsklasse 4

Klasse 4 ist für Fahrzeuge mit besonders niedrigen spezifischen CO₂-Emissionen vorgesehen.

Der Unterschied kann bei schweren Fahrzeugen deutlich sein. Ein Euro-6-Sattelzug über 18 t mit mindestens fünf Achsen kostet in Klasse 1 derzeit 34,8 Cent pro Kilometer, in Klasse 4 dagegen nur 26,9 Cent.

CO₂-Emissionsklasse 5

Klasse 5 ist für Fahrzeuge mit sehr niedrigen beziehungsweise praktisch keinen CO₂-Emissionen vorgesehen. Für emissionsfreie schwere Nutzfahrzeuge gelten darüber hinaus besondere Mautbefreiungen.

Bleibt die CO₂-Klasse eines Lkw immer gleich?

Nicht unbedingt. Insbesondere die Klassen 2 und 3 werden nach bestimmten Zeitabständen neu bewertet. Eine ursprünglich günstige Einstufung gilt deshalb nicht automatisch über die gesamte Lebensdauer des Fahrzeugs unverändert weiter.

Verbessert HVO die CO₂-Klasse bei der Maut?

Die Verwendung eines CO₂-armen oder bilanziell klimafreundlicheren Kraftstoffs ändert die mautrechtliche CO₂-Klasse des Fahrzeugs nicht automatisch.

Das gilt auch bei alternativen Kraftstoffen, deren tatsächliche Klimabilanz günstiger sein kann. Unterschiede zwischen HVO100, LNG und CNG bei Lkw wirken sich daher nicht automatisch auf die CO₂-Mautklasse aus.

Aktuelle Lkw-Mautsätze pro Kilometer

Wie viel kostet Lkw-Maut pro Kilometer? Für moderne Euro-6-Fahrzeuge ergeben sich je nach Gewicht, Achszahl und CO₂-Klasse deutlich unterschiedliche Kilometerpreise.

Euro-6-Fahrzeug CO₂-Klasse 1 CO₂-Klasse 2 CO₂-Klasse 3 CO₂-Klasse 4
>3,5 bis 7,49 t 15,1 ct/km 14,7 ct/km 14,4 ct/km 11,4 ct/km
7,5 bis 11,99 t 17,7 ct/km 17,3 ct/km 16,9 ct/km 13,7 ct/km
12 bis 18 t 23,8 ct/km 23,4 ct/km 22,8 ct/km 18,8 ct/km
>18 t, bis 3 Achsen 30,3 ct/km 29,7 ct/km 29,0 ct/km 24,2 ct/km
>18 t, 4 Achsen 32,4 ct/km 31,8 ct/km 31,0 ct/km 25,8 ct/km
>18 t, ab 5 Achsen 34,8 ct/km 34,0 ct/km 33,2 ct/km 26,9 ct/km

Die Tabelle zeigt die Gesamtsätze für Euro-6-Fahrzeuge. Bei älteren Schadstoffklassen können die Mautkosten höher ausfallen.

Was kostet die Maut für einen typischen 40-Tonner?

Ein üblicher Sattelzug über 18 t mit mindestens fünf Achsen und Euro 6 kostet derzeit:

  • 34,8 ct/km in CO₂-Klasse 1,
  • 34,0 ct/km in CO₂-Klasse 2,
  • 33,2 ct/km in CO₂-Klasse 3,
  • 26,9 ct/km in CO₂-Klasse 4.

Damit kann sich allein durch die CO₂-Einstufung auf langen Strecken ein deutlicher Kostenunterschied ergeben.

Was kostet die Maut für einen 7,5-Tonner?

Bei einem Euro-6-Fahrzeug von 7,5 bis unter 12 t liegt der Kilometerpreis beispielsweise zwischen 13,7 und 17,7 Cent in den CO₂-Klassen 1 bis 4.

Was kostet die Maut für einen Lkw zwischen 3,5 und 7,5 Tonnen?

Für Euro-6-Fahrzeuge in dieser Gewichtsklasse gelten derzeit zwischen 11,4 und 15,1 Cent pro Kilometer, abhängig von der CO₂-Klasse.

Lkw-Maut berechnen: Beispiele für 100, 500 und 1.000 km

Für eine schnelle Kostenplanung reicht folgende Rechnung:

mautpflichtige Kilometer × Mautsatz pro Kilometer = Mautkosten

Bei einem Euro-6-Sattelzug über 18 t mit mindestens fünf Achsen ergeben sich folgende Beispiele:

Strecke CO₂-Klasse 1
34,8 ct/km
CO₂-Klasse 2
34,0 ct/km
CO₂-Klasse 3
33,2 ct/km
CO₂-Klasse 4
26,9 ct/km
100 km 34,80 € 34,00 € 33,20 € 26,90 €
500 km 174,00 € 170,00 € 166,00 € 134,50 €
1.000 km 348,00 € 340,00 € 332,00 € 269,00 €

Wie viel Maut kostet eine 500-km-Tour?

Bei einem schweren Euro-6-Sattelzug mit mindestens fünf Achsen entstehen bei 500 mautpflichtigen Kilometern in CO₂-Klasse 1 ungefähr 174 Euro.

In CO₂-Klasse 4 wären es bei derselben Kilometerleistung nur etwa 134,50 Euro.

Die Differenz beträgt damit 39,50 Euro auf einer einzigen 500-km-Fahrt.

Wie groß ist der Unterschied auf 100.000 km?

Bei 100.000 mautpflichtigen Kilometern ergibt sich beim gleichen Fahrzeug:

  • CO₂-Klasse 1: rund 34.800 Euro,
  • CO₂-Klasse 4: rund 26.900 Euro.

Der rechnerische Unterschied liegt damit bei etwa 7.900 Euro.

Für Flotten mit mehreren Fahrzeugen kann die CO₂-Einstufung deshalb einen erheblichen Einfluss auf die jährlichen Betriebskosten haben.

Warum kann die tatsächliche Maut leicht von der Rechnung abweichen?

Die einfache Multiplikation ist für die Kalkulation sehr hilfreich. Das tatsächliche Mautsystem rechnet jedoch auf Basis festgelegter mautpflichtiger Streckenabschnitte ab.

Dadurch kann der endgültige Betrag leicht von einer Rechnung abweichen, bei der lediglich die gesamte Kilometerzahl mit einem festen Cent-Betrag multipliziert wurde.

Wer zahlt die Maut – Unternehmen oder Fahrer?

Im normalen Speditionsbetrieb wird die Lkw-Maut üblicherweise vom Unternehmen beziehungsweise Fahrzeugbetreiber abgerechnet. Die Erfassung erfolgt beispielsweise über eine On-Board Unit oder einen EETS-Anbieter.

Rechtlich ist der Kreis der möglichen Mautschuldner jedoch größer.

Als Mautschuldner kommen unter anderem infrage:

  • der Eigentümer des Fahrzeugs,
  • der Halter,
  • die Person, die über den Einsatz des Fahrzeugs bestimmt,
  • die Person, auf die das Fahrzeug zugelassen ist,
  • der Fahrer des Fahrzeugs.

Mehrere Mautschuldner können gleichzeitig für die Zahlung verantwortlich sein.

Muss ein angestellter Fahrer die Maut selbst bezahlen?

Im üblichen Beschäftigungsverhältnis wird die reguläre Maut nicht vom Fahrer privat aus eigener Tasche finanziert. Sie gehört zu den Betriebskosten des Transportunternehmens.

Für den Fahrer bleibt dennoch wichtig, dass die für die Mauterfassung relevanten Fahrzeugdaten korrekt eingestellt sind.

Lkw-Maut über 3,5 Tonnen: Welche Fahrzeuge sind betroffen?

Seit dem 1. Juli 2024 gilt die Mautpflicht grundsätzlich bereits ab einer technisch zulässigen Gesamtmasse von mehr als 3,5 Tonnen.

Das bedeutet:

  • 3,5 t oder weniger: grundsätzlich keine Lkw-Maut aufgrund dieser Gewichtsgrenze,
  • mehr als 3,5 t: Mautpflicht möglich beziehungsweise bei typischen Gütertransportfahrzeugen regelmäßig gegeben.

Muss ein Fahrzeug mit genau 3,5 Tonnen Maut zahlen?

Nein. Die Grenze liegt bei mehr als 3,5 t. Ein Fahrzeug mit einer tzGm von genau 3.500 kg fällt allein aufgrund dieser Gewichtsklasse nicht unter die Lkw-Maut.

Was passiert, wenn ein 3,5-Tonner einen Anhänger zieht?

Eine Fahrzeugkombination wird nicht allein deshalb mautpflichtig, weil durch den Anhänger die Gesamtmasse über 3,5 t steigt.

Entscheidend ist bei dieser Grenze die technisch zulässige Gesamtmasse des Motorfahrzeugs. Hat das Zugfahrzeug selbst höchstens 3,5 t tzGm, entsteht nicht allein durch das Anhängen eines Anhängers die entsprechende Mautpflicht.

Handwerkerausnahme: Wann entfällt die Maut?

Für bestimmte handwerkliche Fahrten gibt es eine besondere Ausnahme.

Die Handwerkerausnahme kann für Fahrzeuge beziehungsweise Fahrzeugkombinationen mit mehr als 3,5 t und weniger als 7,5 t tzGm gelten.

Sie gilt jedoch nicht pauschal für jedes Fahrzeug eines Handwerksbetriebs.

Welche Handwerkerfahrten können mautfrei sein?

Die Ausnahme kann unter anderem greifen, wenn Beschäftigte eines Handwerksbetriebs Material, Geräte oder Maschinen transportieren, die sie für die eigene handwerkliche Tätigkeit benötigen.

Auch die Auslieferung eigener handwerklich hergestellter Güter kann unter bestimmten Voraussetzungen erfasst sein.

Sind alle Fahrten eines Handwerkerfahrzeugs mautfrei?

Nein. Entscheidend ist die einzelne Fahrt.

Erfüllt beispielsweise eine Werkstatt-, Überführungs- oder Privatfahrt die Voraussetzungen nicht, kann dafür trotz desselben Fahrzeugs Maut anfallen.

Muss ein Handwerkerfahrzeug bei Toll Collect registriert werden?

Die Meldung eines Fahrzeugs kann die Zuordnung bei Kontrollen erleichtern. Sie ersetzt aber nicht die Prüfung, ob die konkrete Fahrt tatsächlich die Voraussetzungen der Handwerkerausnahme erfüllt.

Welche Fahrzeuge sind von der Lkw-Maut befreit?

Neben der Handwerkerausnahme gibt es weitere gesetzlich definierte Ausnahmen und Befreiungen.

Zahlen Elektro-Lkw Maut?

Emissionsfreie schwere Nutzfahrzeuge mit mehr als 4,25 t tzGm bleiben bis zum 30. Juni 2031 von der Lkw-Maut befreit.

Damit können beispielsweise entsprechende batterieelektrische oder wasserstoffbetriebene schwere Nutzfahrzeuge von der Befreiung profitieren.

Was gilt für emissionsfreie Fahrzeuge bis 4,25 Tonnen?

Emissionsfreie Fahrzeuge mit einer technisch zulässigen Gesamtmasse von höchstens 4,25 t sind ohne diese Befristung von der Maut befreit.

Ist jeder alternative Antrieb automatisch mautfrei?

Nein. Ein alternativer Kraftstoff oder eine andere Antriebsart bedeutet nicht automatisch Mautfreiheit.

Entscheidend sind die gesetzlichen Kriterien für ein emissionsfreies Fahrzeug beziehungsweise die jeweilige CO₂-Klassifizierung.

Wie lässt sich die CO₂-Klasse eines Lkw prüfen?

Die CO₂-Emissionsklasse lässt sich nicht allein aus der Euro-Norm oder dem Baujahr ablesen.

Für die Einstufung können unter anderem folgende Daten relevant sein:

  • Datum der Erstzulassung,
  • Fahrzeuggruppe und Aufbau,
  • spezifischer CO₂-Emissionswert,
  • Angaben aus COC-Dokumenten,
  • Angaben aus CIF-Unterlagen.

Was passiert, wenn keine bessere CO₂-Klasse nachgewiesen wird?

Kann eine günstigere Einstufung nicht anhand der erforderlichen Fahrzeugdaten belegt werden, wird das Fahrzeug in der Regel der CO₂-Emissionsklasse 1 zugeordnet.

Gerade bei neueren Fahrzeugen lohnt sich deshalb die Prüfung, ob alle notwendigen Unterlagen für eine bessere Einstufung hinterlegt wurden.

Ist Euro 6 automatisch CO₂-Klasse 1?

Nein. Euro 6 und CO₂-Klasse beschreiben unterschiedliche Eigenschaften.

Ein Euro-6-Lkw kann – abhängig von Fahrzeuggruppe, Erstzulassung und spezifischer CO₂-Emission – beispielsweise in Klasse 1, 2, 3 oder 4 eingestuft sein.

OBU und Mautsystem: Was muss vor der Fahrt stimmen?

Bei Fahrzeugen mit automatischer Mauterfassung übernimmt häufig eine On-Board Unit – OBU die Erfassung der mautpflichtigen Strecke.

Damit die Maut korrekt berechnet wird, müssen die relevanten Fahrzeugdaten stimmen.

Welche Angaben sollte der Fahrer kontrollieren?

Je nach eingesetztem System sind insbesondere wichtig:

  • korrektes Kennzeichen,
  • richtige Gewichtskategorie,
  • korrekte Achszahl beziehungsweise Fahrzeugkonfiguration,
  • ordnungsgemäßer Betriebszustand des Geräts.

Was tun, wenn die OBU nicht funktioniert?

Eine gestörte oder ausgefallene automatische Erfassung bedeutet nicht, dass die mautpflichtige Strecke kostenlos gefahren werden darf.

In diesem Fall muss die Fahrt über ein zulässiges alternatives Verfahren erfasst beziehungsweise gebucht werden.

Wer kontrolliert die Lkw-Maut?

Die Einhaltung der Mautpflicht wird technisch und durch Kontrollen überwacht. Bei einer Lkw-Kontrolle können neben der Maut auch zahlreiche weitere fahrzeug- und transportbezogene Punkte geprüft werden.

Welche Unterlagen und Fahrzeugdaten dabei typischerweise eine Rolle spielen, zeigt der Überblick zur Lkw-Kontrolle durch BALM und Polizei in Deutschland.

Lkw-Maut: Checkliste vor Fahrtbeginn

Vor einer mautpflichtigen Fahrt sollten folgende Punkte stimmen:

  • tzGm: Ist die richtige technisch zulässige Gesamtmasse hinterlegt?
  • Achszahl: Ist die Fahrzeugkombination korrekt berücksichtigt?
  • Euro-Klasse: Ist die Schadstoffklasse richtig gespeichert?
  • CO₂-Klasse: Wurde eine mögliche günstigere Einstufung korrekt nachgewiesen?
  • OBU: Funktioniert das Gerät und zeigt es den richtigen Betriebszustand?
  • Route: Ist bekannt, welcher Teil der Fahrt mautpflichtig ist?
  • Kosten: Wurde die Maut in die Tourenkalkulation einbezogen?

Wie lassen sich Mautkosten realistisch planen?

Für eine schnelle Kalkulation reichen Fahrzeugklasse, Mautsatz und mautpflichtige Kilometer. Bei längeren Touren sollte die Maut jedoch zusammen mit Kraftstoff, Fahrzeit, Personalkosten und weiteren Straßengebühren betrachtet werden.

Bei internationalen Touren gelten außerhalb Deutschlands andere Systeme und Tarife. Einen Überblick gibt der Vergleich der Lkw-Maut in Europa.

Für die Mautkosten ist deshalb nicht nur entscheidend, wie weit ein Lkw fährt, sondern mit welchem Fahrzeug die Strecke gefahren wird. Besonders bei hohen Jahreslaufleistungen können Gewichtsklasse, Achszahl und CO₂-Einstufung mehrere Tausend Euro Unterschied pro Fahrzeug ausmachen.